Die folgende Information/Abfrage betrifft diejenigen Unternehmen, die mit Kartoffelpflanzgut handeln.

Verschiedene Kartoffelzüchter in der EU haben sich in der Organisation Breeders Trust zusammengeschlossen. Gemeinsam sollen die aus dem Sortenschutzrecht resultierenden Ansprüche durchgesetzt werden. Nun hat die Organisation, vertreten durch ihren Geschäftsführer Geert Staaring, in den letzten Wochen und Monaten Kartoffelhändler angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass sie im Rahmen eines Pilotprojektes darum bitten, für bestimmte Sorten Angaben zum Verkauf zu übermitteln. Dazu sollen sich die Kartoffelhändler auf der Internetseite https://www.pbrdatabase.eu/ registrieren und im Laufe des Monats Juli Daten ihrer Pflanzgutabnehmer (andere Händler oder Landwirte) eintragen. Es ist davon auszugehen, dass die Züchter über diesen Weg sog. „Anhaltspunkte“ generieren wollen, um die Landwirte im Hinblick auf etwaig vorgenommenen Nachbau befragen zu dürfen.

An diesem Vorgehen hat es bereits einige Kritik in der Branche gegeben. Zum Einen werden datenschutz- und kartellrechtliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des gesamten Konzeptes geäußert, zum anderen kamen die Informationen über das Projekt erst während der laufenden Verkaufssaison und wenig transparent über Formulierungen in den AGB, so dass eine etwaige Zustimmung der Landwirte, Daten weiterleiten zu dürfen, gar nicht mehr eingeholt werden konnte.

DER AGRARHANDEL begleitet dieses Vorhaben kritisch mit besonderem Fokus auf die rechtlichen Grundlagen und wird Sie weiter auf dem Laufenden halten.

Wenn Sie ebenfalls von Breeders Trust angeschrieben wurden, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung, dann informieren wir Sie gern über weitere Details.