Agrarhandel im Sturm der Weltpolitik: Präsident Schuler wirbt für globale Lösungen
Hamburg 07.05.2026
Die globale Lage gleicht schwerer See – und der Agrarhandel steht mitten im Sturm. Auf der Mitgliederversammlung des Verbandes DER AGRARHANDEL in Hamburg fand Präsident Rainer Schuler deutliche Worte zu den wachsenden geopolitischen Spannungen und ihren Folgen für die Branche. „So viele Krisen gleichzeitig haben wir lange nicht erlebt“, betonte er. Der Krieg in der Ukraine habe schonungslos offengelegt, wie zerbrechlich internationale Lieferketten seien. Kaum habe sich die Branche neu sortiert, verschärften Konflikte im Nahen Osten die Lage weiter. Die Folge: steigende Energiekosten, nervöse Rohstoffmärkte und ein logistisches Umfeld, das immer schwerer kalkulierbar werde. Energiepreise wirkten dabei wie ein Brandbeschleuniger. „Wenn Kosten steigen und gleichzeitig unberechenbar werden, trifft das unsere Unternehmen ins Mark“, beschrieb der Präsident die Lage. Der Transport von Agrargütern – regional wie global – werde zunehmend zur Herausforderung. Kritik übte er an der internationalen Handelspolitik durch Länder, die wieder auf Protektionismus, statt offene Märkte setzten, insbesondere in Form kurzfristiger und wechselhafter Zölle. „Willkürliche Zölle schaden dem freien Welthandel erheblich“, stellte er klar. Sie verteuerten Importe, verzerrten Märkte und lösten häufig Gegenmaßnahmen aus. Eine Spirale, die am Ende allen schade – besonders einer exportorientierten Branche wie dem Agrarhandel. Eingeschränkter Marktzugang, sinkende Handelsvolumina und unsichere Absatzmärkte seien die spürbaren Folgen.
Das größte Problem aber sei die fehlende Planbarkeit. „Unternehmen müssen Entscheidungen treffen, ohne verlässliche Grundlage. Das ist eines der größten Risiken für wirtschaftliches Handeln.“ Die Branche sei gezwungen, flexibel zu reagieren, Risiken neu zu bewerten und gleichzeitig wirtschaftlich stabil zu bleiben. Trotz der widrigen Rahmenbedingungen zeigte sich Schuler beeindruckt von der Widerstandskraft des Agrarhandels. Die Unternehmen hätten in den vergangenen Jahren enorme Anpassungsfähigkeit bewiesen – mit Mut, Pragmatismus und einem klaren Blick nach vorn. Seine Botschaft ist eindeutig: Offene Märkte, stabile Handelsbeziehungen und verlässliche politische Rahmenbedingungen sind unverzichtbar: „Unsere Märkte sind global. Und unsere Lösungen müssen es auch sein.“
DER AGRARHANDEL
DER AGRARHANDEL ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern.
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