Hamburg/Berlin, 23.03.2026

DER AGRARHANDEL e.V. unterstützt das bevorstehende Freihandelsabkommen mit Australien, dessen politische Unterzeichnung nächste Woche ansteht. „Der Handel lebt von Stabilität und Diversifikation. Dieses Abkommen liefert beides, ohne unsere Märkte zu überfordern“, erklärt Geschäftsführer Martin Courbier. Präsidentin von der Leyen besiegelt am 24. März 2026 mit Premierminister Albanese die Einigung.

Moderate Importquoten sichern Balance. Für Getreide sind zollfreie Kontingente von 200.000 Tonnen jährlich nur für Futtergetreide vorgesehen, während sensible Sorten wie Hartweizen vollständig geschützt bleiben. Bei Ölsaaten (Canola/Raps) sind 1,8 Millionen Tonnen vereinbart, passend zum heutigen Handel, in dem Australien bereits 90 Prozent seines Canola in die EU liefert. Zölle fallen schrittweise: Getreide in fünf Jahren auf null, Canola bereits ab Jahr vier. „Das respektiert unsere 130 Millionen Tonnen Getreide- und 20 Millionen Tonnen Rapsproduktion“, sagt Martin Courbier.

Schutzklauseln wie bei Mercosur. Bei mehr als 5 Prozent Überimport oder Preisstürzen unter EU-Durchschnitt können Zollvorteile bis zu zwei Jahre ausgesetzt werden. Es gibt halbjährliche Kontrolle durch die Kommission. „Australischer Canola ergänzt, statt Sojabohnen (11,2 Millionen Tonnen EU-Import) zu verdrängen. Intelligenter Handel bedeutet komplementäre Quellen, keine Substitution“, so der Verband.

EU-Exporte gewinnen Marktanteile. Australien öffnet sofort 500.000 Tonnen zollfrei für EU-Weizen und Gerste, steigernd auf eine Million in zehn Jahren. Raps-Zölle verschwinden in fünf Jahren, Kontingente wachsen von 300.000 auf 800.000 Tonnen. Export und Import balancieren sich, die klassische Win-win-Logik des Handels.

Start 2027. Nach Ratifizierung durch Länder und Parlament – anders als Mercosur mit früherer provisorischer Anwendung.

DER AGRARHANDEL fordert: Schutzklauseln strikt einhalten, Exportchancen nutzen, Diversifikation vorantreiben. Stabile Ketten sind das Ziel.

 

DER AGRARHANDEL

DER AGRARHANDEL ist die Interessenvertretung des Agrarhandels in Deutschland. Seine Mitgliedsunternehmen beliefern die Landwirtschaft mit Saatgut, Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie Futtermitteln. Sie erfassen bundesweit Agrarrohstoffe, wie Getreide und Ölsaaten, und vermarkten sie als Nahrungs- und Futtermittel im In- und Ausland. Auch zählen internationale Im- und Exporteure sowie Makler von Agrarerzeugnissen zu den Mitgliedern.

 

Pressekontakt

Martin Courbier
Geschäftsführer
Invalidenstraße 34, 10115 Berlin
Tel.: +49 30 2790741-0
info@der-agrarhandel.de
www.der-agrarhandel.de

 

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